1966 überwand Club Med den Eisernen Vorhang und etablierte sich in der UdSSR in Sotschi an der Schwarzmeerküste. Im Jahr zuvor hatte Gilbert Trigano eine Einladung von Minister Ankoudinoff angenommen. Der Besuch ermöglichte es ihm, die Städte Odessa, Jalta und Sotschi kennenzulernen, in die er sich verliebte. Er schloss eine Vereinbarung mit den sowjetischen Behörden zur Gründung eines Club-Med-Dorfes. Dies wurde 1966 realisiert.
In diesem Schwarzmeer-Kurort, der den Spitznamen „Saint Tropez der UdSSR“ trug, waren gerade zwei Zwillingshotels errichtet worden. Gemäß der Vereinbarung hatte der sowjetische Staat daher Club Med mit der Leitung eines der Hotels beauftragt, während das andere an Intourist (die offizielle Tourismusorganisation der UdSSR) gehen sollte.
Das Feriendorf wurde im Mai 1966 eröffnet. Die meisten Club-Med-Mitarbeiter (Gentils Organisateurs) waren Franzosen und Belgier. Pierre-Jean Laplace wurde zum Dorfchef ernannt und umgab sich mit einigen wenigen Club-Med-Mitarbeitern. Wasserski, damals noch unbekannt an der kaukasischen Riviera, wurde als eine der Aktivitäten angeboten. Eine interessante Randnotiz: Der russische Schnellbootfahrer entdeckte diesen Sport dort. Berichten zufolge war seine Fahrweise recht ungeschickt, aber er war unvermeidbar.
Als Parteifunktionäre nach einigen Monaten Betrieb die Lage beurteilen wollten, waren sie vom enormen Unterschied zwischen den beiden Hotels verblüfft. Das erste Hotel sprühte vor Farben, Blumen und Leben, bot üppige Buffets und ausgelassene Stimmung mit witzigen Plakaten, während das zweite grau, düster und trostlos wirkte. Moskaus Entscheidung fiel schnell: Club Med musste schließen. Dieses Modell entsprach nicht den Parteirichtlinien.
Club Meds Engagement im Ostblock war damit noch nicht beendet. Auch Satellitenstaaten wie Rumänien und Bulgarien beherbergten Club-Med-Anlagen. Die letzte Anlage dieser Art, Rusalka in Bulgarien, schloss 1996 – diesmal aus Gründen, die nichts mit der bulgarischen Politik zu tun hatten.
Ivan Franko 1967






Die letzte Saison in Rusalka, Bulgarien, war 1997, Dorfvorsteher Christian Chevrier
Das Dorf Sotschi befand sich an der Stelle des heutigen Swissotel Resort Sochi Kamelia. Die Gebäude wurden abgerissen, um Platz dafür zu schaffen, aber der Tennisplatz und die Außenanlagen zwischen dem Hotel und der darunter liegenden Eisenbahnlinie sind erhalten geblieben.